Wasser auf Glas oder Rahmen ?

Stand 01-2010

 

Wird Wasser auf der Rauminnenseite auf Rahmen oder Glas (auch nur teilweise) sicht- und abwischbar wird oftmals vermutet, dass das Wasser von außen eindringt.

Dies ist aber selten die Ursache. Feuchtigkeit im Haus kann viele Gründe haben. Eine sehr wahrscheinliche und zu meist zutreffende ist die Feuchtigkeitsbildung durch so genanntes Kondenswasser, auch Schwitz- oder Tauwasser genannt:

Wasser, das in der Luft als Dampffeuchtigkeit / Wasserdampf gebunden ist und durch Abkühlung auf kalten Oberflächen auf diesen sichtbar wird, somit aus der Luft „herausgezogen“.

 

Entscheidend für das Entstehen von Kondenswasser sind die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. In seiner ursprünglichen Form ist es als unsichtbarer Wasserdampf in der Luft enthalten. Dieser Anteil ist aber nicht konstant. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann diese in sich binden.

Sinkt die Temperatur, nimmt auch die Wasseraufnahmefähigkeit der Luft bis zu einer Grenze ab, bei der die Feuchtigkeit nicht mehr als Dampf von der Luft gehalten werden kann und zu Nebel, Wolken oder gar Wasser wird (so im Außenbereich).

Innerhalb geschlossener Gebäude entsteht nun kein Nebel, jedoch wird an den kälteren Stellen eines Raums die Luft entsprechend abgekühlt und läßt hier möglicherweise einen Teil des luftgebundenen Wassers als Kondenswasser entstehen.

 

Neben der natürlichen Wassermengen in der Luft kann sich die Wassermenge innerhalb von geschlossenen Räumen zusätzlich durch Atemluft, Baden, Waschen und Kochen oder durch falsches Lüftungsverhalten erhöhen und somit die Kondensatbildung erleichtern.

 

Des weiteren ausschlaggebend ist die Raumtemperatur und damit einhergehend die Frage wie gut die Außenwände gedämmt sind, wie Heizungen und Fenster platziert sind oder wie sich die Heizungsluft im Zimmer ausbreiten kann.

Die in der Luft enthaltene Wassermenge ist in der Regel im gesamten Raum gleich bzw. darum bemüht sich innerhalb einer Klimazone (der geschlossenen Wohnung !) auszugleichen.

 

Wenn an einer Stelle des Raumes nun die Temperatur so weit sinkt, dass sich Feuchtigkeit aus der Luft „herauszieht“, setzt sich hier Wasser ab.

Gelangt zum Beispiel Luft mit ca. 20° Celsius und ca. 50 Prozent relativer Luftfeuchte an Oberflächen, deren Temperatur unter zehn Grad Celsius liegt, fällt Kondenswasser an.

 

Kondensatbildung kann somit an einzelnen Stellen und auch unterschiedlich innerhalb geschlossener Räume und darüber hinaus entstehen. Dies liegt an unterschiedlichen Temperaturen und Mengen von Luftfeuchtigkeit innerhalb der Luft.

 

Kondenswasser lässt sich jedoch verhindern, erfordert allerdings an jeder Stelle im Raum eine ausgewogene Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Das ist bei vorhandenen Altbauten jedoch nicht immer ohne weiteres möglich, auch nicht durch unkontrolliertes und insbesondere unfachliches Dämmen dieser Gebäude.

 

Altbauten der vergangenen Tage waren unkontrolliert Be- und Entlüftet durch entsprechende Spaltfugen und Undichtigkeiten am Gebäude.

Hierbei verlor sich aber auch die im Gebäude erzeugte Wärme und führte somit zu höheren Energiekosten durch angestiegenen Wärmebedarf der Bewohner (!).

Neubauten hingegen werden auf diese neu geforderten Ansprüche passend gebaut und haben bestenfalls sogar eine technische Lösung hinsichtlich der Be- und Entlüftung (wenn nicht, ist hier weiterhin eine Schwachstelle in der „Dämmung“).

Eine nachträgliche Wärmedämmung ist somit nicht ausschlaggebend um Kondensat zu reduzieren, sondern kann nur ein weiteres Hilfsmittel sein neben dem entsprechenden Wohn- und Lüftungsverhalten der Bewohner in solch einer stets sich verändernden Klimazone!

 

Eine weitere Besonderheit bei der Kondensatbildung sind ungünstige Bausituationen und Raumdekorationen, wie ungünstige Anordnung von Heizkörpern, Fensterbänken oder Vorhängen welche die Luftzirkulation entlang der gesamten Fläche einschränken. Liegt zum Beispiel unter einem Dachwohnfenster eine geschlossene Fensterbank, kann die warme Luft nicht mehr den unteren Bereich des Fensters erreichen. Es kann sich Kondensat und in Folge davon Schimmel oder Ausblühungen bilden.

Bekanntermaßen soll auch möglichst kein wandverschließendes oder großflächiges Möbelstück ohne ausreichenden Hinterlüftungsabstand an Außenwände gestellt werden, da sich hinter diesem sonst Schimmel bilden kann. Diese Erfahrung ist eben das Ergebnis aus der zuvor beschriebenen Kondenswasserbildung (und der daraus, weil Nährstoff bildend, entstehenden Schimmelbildung).

Ein weiteres bauliches Problem sind auch Außenecken die der Witterung wesentlich stärker ausgesetzt sind als die Gesamtfassade sowie die Fähigkeit der Kälteübertragung der gewählten Baustoffe.

Es wurde ermittelt, dass für das Wachstum von Schimmelpilzen keine sichtbare Kondenswasserbildung erforderlich ist.

 

Heizkörper sollten besonders in den kalten Monaten schwach, aber ständig in Betrieb sein, so dass stetig warme Luft das Raumklima kondensatfrei hält. Die zu wählende Heiztemperatur ist aber auch von der Luftfeuchtigkeit sowie der Be- und Entlüftung abhängig.

 

Auf "warmen" Oberflächen kondensiert weniger Feuchtigkeit, weil diese nicht aus der Luft gezogen wird.

 

Siehe auch http://www.khries.de/kondensat_raumseite.htm

Wissensquelle: Velux - Ranga Yogeshwar„Sonst noch Fragen?“ - eigenes Wissen / Erfahrung